Autor:
Stefan Thamm
Datum:
Wörter:
263
Lesedauer:
ca. 1 Minuten

Lexikon

Rendern

„Rendern“ bezeichnet, in der 3D-Visualisierung, den Vorgang der Berechnung eines zweidimensionalen Bildes aus dreidimensionalen Daten.


Vereinfacht ausgedrückt wird dabei, für jedes Pixel des Bildes, ein Strahl von der 3D-Kamera in die Szene ausgesandt. Trifft dieser Strahl auf die Oberfläche eines 3D-Objektes, errechnet die Software den Farbwert dieses Pixels. Dafür ist entscheidend, welche Farbe oder welches Material dem entsprechenden Objekt zugewiesen wurde, in welchem Winkel und in welcher Intensität Licht auf das Objekt trifft, welche physikalischen Eigenschaften die Oberfläche hat (rauh, spiegelnd, transparent, …), usw.

Das Rendern ist ein sehr rechenaufwändiger Prozess und dauert entsprechend lange. Je höher der Qualitätsanspruch an das Bild ist, desto mehr Strahlen pro Pixel müssen von der Kamera ausgesandt werden. Und je mehr Objekte und Lichter sich in der 3D-Szene befinden, desto mehr Informationen müssen für die Berechnung eines Pixels berücksichtigt werden, was die Renderdauer weiter erhöht.

Die Berechnung eines Bildes, in einer Auflösung von 1920 x 1080 Px (Full HD), dauert bei meinen Animationen meist zwischen 3 und 10 Minuten (auf einem ziemlich leistungsstarken Computer). Somit liegt die Rechenzeit für eine Sekunde Video (mit nur einem Computer) schon bei ca. 1 - 4 Stunden! Da diese langen Wartezeiten kaum praktikabel sind, wird das Rendern meist mit Hilfe sogenannter „Renderfarmen“ umgesetzt. Dabei handelt es sich um einen Netzwerkverbund aus vielen, leistungsstarken Computern. Die einzelnen Bilder der 3D-Animation werden dann an viele Computer gleichzeitig verteilt. Dadurch wird die Gesamtdauer des Renderns drastisch verkürzt.